Ausfahrt nach Langholz vom 01.-03. September 2006
Es war meine erste Ausfahrt mit den Trampolinern und ich weiß gar nicht mehr wievielen Freunden und Bekannten ich seither die tollen Erlebnisse geschildert habe, die wir alle miteinander hatten.
Freitagnachmittag 16 Uhr Abfahrt: Schon beim Sammeln von groß und klein war eine nette Stimmung und nachdem wir uns von Mareike mit unsereren Namen haben beschriften lassen, konnten wir den Bus entern. Hinter den Kulissen stand auf dem Programm, dass Kati uns für ein Jahr in Richtung Ausstralien verlassen wird, was alle sehr traurig machte. Heimlich wurde daran gearbeitet, den letzten Schliff in das Abschiedsalbum zu bringen.
Bis wir in Langholz ankamen wurde sich viel unterhalten und gelacht. Sogar Süßigkeiten wurden von Zeit zu Zeit durch die Hände begeisterter junger „Helfer“ an die Gemeinschaft verteilt.
Nach der Ankunft erkundeten wir das super tolle Haus nur von einer kleinen Straße vom Strand der Eckernförderbucht getrennt. Schnell wurden die Zimmer, der schöne Spielraum, der Strand und sogar das Wasser von verschiedenen Gruppen in Beschlag genommen.
Am Freitagabend wurde als erster Event lecker gegrillt und anschließend verschwanden wir nach und nach in die Betten, damit man wenigstens ein bisschen fit am folgenden Tag war.
Der Samstag begann für den Frühstücksküchendienst zu einer akzeptablen Zeit um 8 Uhr. Ich war sehr angenehm überrascht, wie gut alle Dienste zur Essensvorbereitung funktionierten, die gerecht unter den Teilnehmern aufgeteilt und von den jüngsten bis zu den ältesten gleichermaßen besetzt waren.
Der Tag sollte viele tolle Erlebnisse und viel Spaß bringen. Die ganze Horde wurde in zwei Spielgruppen aufgeteilt und auf dem Programm stand, dass jede ein aufblasbares „Gartentrampolin“ betriebsbereit machen und somit voll Luft bekommen musste. Hilfsmittel waren selbst zu organisieren. Anschließend ging es an den Strand. Die Spielleitung teilte uns mit, dass jede Gruppe nun sein „Gartentrampolin“ins Wasser bekommen müsse, ohne es mit dem Boden in Kontakt zu bringen. Dabei dürften nur die Füße mit ihm in Berührung kommen, während der Rücken im Sand sein sollte. Da kann man sich leicht vorstellen, welcher akrobatische Spaß nun abging.
Im Wasser angekommen mussten die schwimmenden Gummiringe stabil verankert und anschließend von jeder Gruppe mit Tennisbällen beladen werden, die ohne zu werfen durch das eiskalte Wasser auf den künstlichen Inseln abzulegen waren. Auch die Kleinen gerieten selbst im Wasser in Schweiß, denn die Kette an Bällen wollte gar kein Ende nehmen. Zu guter letzt waren in dieser Staffel der Spiele die Bälle von zwei wurfstarken und kälteabgehärteten Mitspielern je Mannschaft an Land zu werfen, wo sie von der jeweiligen Gruppe, ohne die Hände zu benutzen aufgefangen werden mussten. Hier wurde überwiegend mit Handtüchern aus der Luft geholt, was unter Aufbietung allen Geschicks zu erhaschen war.
Eine große Gaudi hat uns ereilt, als es zum Sand-Ski-Fahren überging. Die Aufgabe lautete für die Gruppen jeweils fünf Mitglieder nacheinander und im Wechsel mit der anderen Manschaft durch einen im Sand aufgebauten Parcourt aus Toren zu durchfahren, zu überspringen oder zu unterfahren. Das ganze auf Ski, wobei der Läufer in Ski-Stiefeln gestellt wurde und eine Querstange mit einem Band daran in die Hand bekam, wie beim Wasser-Ski. Der Rest der Gruppe musste ziehen und bei Bedarf auch schieben, stabilisieren und heben. Es war unglaublich, welche Techniken in Windeseile entwickelt wurden, um den Parcourt zu meistern. Alle hatten richtig zu tun und es wurden die unterschiedlichsten Zeiten benötigt. Anschließend war Baden und Freizeit angesagt.
Nach dem Mittagessen kam der traurige Zeitpunkt Kati das Abschiedsalbum zu überreichen und ihr vorerst lebewohl zu sagen. Es waren Szenen mit feuchten Augen und sie war echt gerührt, besonders als sie sich das Album in Ruhe durchguckte. Lesen sollte sie es erst im Flugzeug.
Nachmittags ging es mit einem weiteren Spielehöhepunkt erneut zur Sache. Den ganzen Tag lag schon eine große Plane auf dem Rasen, neben der zwei Schmierseifenverpackungen deponiert waren und einige aufgeregte Gerüchte darum kursierten schon, bevor die Spielleitung uns bekannt gab, dass die Mannschaften bitte in Badezeug antreten sollten, denn Seifenball stand an. Die Plane wurde mit Wasser befeuchtet, mit der Seife prepariert und die Gruppen bekamen die Aufgabe sich gegenseitig durch Einseifen vorzubereiten, bevor der Plastikball ins Spiel kam. Danach ging es nach Rugby-Manier ab. Man durfte nicht werfen, nur auf Knien über das Spielfeld rutschen und Ziel war es, den Ball hinter der Linie des Gegners abzulegen. Die „Action“ war riesig, da der Ball fast nicht in den Händen zu halten war, wenn man ihn nicht gerade mit dem ganzen Körper umklammerte. Jung und alt hatten den Megaspaß und die Knie mussten schon fast durchgescheuert sein, bis man sich entschließen konnte vom ungewöhnlichen Glitsch-Raufen abzulassen.
Vor dem späteren Grillen wurde heiß geduscht und wir gönnten uns etwas Freizeit und Erholung. Zum Abend hin stieg die Spannung bei den jüngeren unter uns langsam bis es endlich soweit war, dass die Nachtwanderung losgehen konnte. Wir wurden zusammengetrommelt und alle der Reihe nach durch die Hosenschlaufen oder per Karabinerhacken auf ein langes Seil gefädelt. Mit ausgeschalteten Taschenlampen ausgestattet ging es los, oben auf der Steilküste der Bucht entlang in Richtung der offenen Ostsee. Zunächst angespannt und leise, später sich gedämpft unterhaltend wanderte und stolperte die Schicksalsgemeinschaft so vor sich hin, durch die Nacht. Immer wieder waren unheimliche Geräusche zu hören ...
Nach einer ganzen Weile kamen wir an einen unheimlich leuchtenden Ort. Geisterhaft lag vor uns ein mit Fackeln beleuchteter Treppenaufgang, mit der Anmutung der Höhle von Indianer Jones. Als wir uns vorsichtig näherten erblickten wir erschrocken eine riesige Spinne in einem beeindruckenden Netz dicht an der Treppe. Mit angehaltenem Atem und muksmäuschen Still schlichen wir uns an ihr vorbei, um sie nicht auf uns aufmerksam zu machen. Wenn sie sich auch nur ein wenig bewegte, sackte uns das Herz in die Hose. Nachdem wir sie passiert hatten erstarrten wir durch das Brüllen und Klopfen einer zweiten Spinne, die sich hinter einem Baum neben der Treppe versteckt hatte. Schnell wurde vorangeeilt, so gut es angebunden ging die Treppe hinauf, um diesen unheimlichen und gefährlichen Ort schnellst möglich zu verlassen. Wir eilten, beeindruckt aufgrund des gruseligen Szenarios weiter durch die Nacht, bis wir hinunter zum Strand gelangten, der von Nachtanglern besiedelt war. Dort wurden wir entkettet, man entzündete Fackeln und es ging den Rest zurück durch den Sand, bis wir wieder in Langholz eintrafen.
Nach dieser Anspannung hatte sich wieder richtig Hunger entwickelt und wir fanden am Haus ein Lagerfeuer vor, wo schon vorbereiteter leckerer Stockbrotteig auf seine Verarbeitung wartete. Es wurde geplaudert, gelacht und verschiedenste Variationen der gerade erlebten Schauergeschichten machten die Runde.
Am Sonntagmorgen wurde gefrühstückt und das Aufräumen und Saubermachen organisiert, weil nach dem Mittagessen für etwas 15h die Rückfahrt angesetzt war. Die Spurenbeseitigung klappte vorbildlich, selbst für die allgemeine Toilettenreinigung fanden sich sofort freiwillige Helfer. So begann die Rückfahrt „aus einer anderen Welt“ mit ein wenig Verspätung und wir kamen nach etwas Stau, sicher befördert durch unseren super netten und engagierten Busfahrer Frank, wohl behalten um kurz nach fünf wieder am Sachsenweg an.
Es hat mich sehr beeindruckt, wie schnell und herzlich ich von allen in die Gruppe aufgenommen wurde und ich denke anderen Neuen und Alten ging es ebenso. Es war alles liebevoll und intelligent organisiert, und ich möchte mich im Namen aller Teilnehmer super herzlich bei Kascho, Thomy, Mareike, Malte und Chrischi, den Organisatoren und Gestaltern der Reise, bedanken. Es war ein wunderbares Erlebnis. Ich glaube es sind alle auf ihre Kosten gekommen.
Ich habe für wie ich finde günstige EUR 40, ein wunderschönes Wochenende verlebt, inklusive Busfahrt, Unterbringung, Verpflegung (darin zwei mal Grillen und Stockbrotlagerfeuer) und den etlichen mit viel Engagement gemachten Aktionen. Vielen Dank, dass dies durch euren ehrenamtlichen Einsatz möglich war!
Euer
Wolle